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10.07.2017

Ökumenischer Gottesdienst anlässlich der Abitur-Entlassung 2017 aus der Nordseeschule


An der Nordseeschule St. Peter-Ording – dem ehemaligen Nordseegymnasium des Kreises Eiderstedt bzw. Nordfriesland und dem heutigen Gymnasium mit Gemeinschaftsschulteil des Schulverbandes Eiderstedt – gibt es eine Tradition. Das ist der Ökumenische Gottesdienst vor der Entlassungsfeier der Schule anlässlich des bestandenen Abiturs. In einer Zeit der Diskussion um Werte in einer sich wandelnden Gesellschaft verdient das besondere Beachtung, hat doch gerade das Christentum auf Eiderstedt – auch hinsichtlich der Ausbreitung der Reformation, denn Johannes Bugenhagen hielt in Garding bereits wenige Jahre nach dem Thesenanschlag Luthers in Wittenberg die erste evangelische Predigt – eine besondere Bedeutung. Und Ökumene wird am Urlaubs- und Tourismusort St. Peter-Ording heute in vielerlei Weise ebenfalls praktisch gelebt.

So hatten dieses Jahr die Abiturientinnen und Abiturienten der Nordseeschule Johanna Mahrt-Thomsen, Marina Buttgereit, Finn-Lukas Hoppe und Samuel Wüsten mit ihrem Religions- und Philosophielehrer Pfarrer i. R. Otto Schnurr in Zusammenarbeit mit Pastorin Regine Boysen von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Peter-Ording und Tating sowie Pastoralreferent Michael Wrage von der katholischen Kirchengemeinde St. Ulrich und der Kantorin Elisabeth Weisenberger von der ev.-luth. Kirchengemeinde St. Christian in Garding mit Mitgliedern des Gardinger Posaunenchores einen ökumenischen Gottesdienst vorbereitet und durchgeführt. Dieser stand ganz im Zeichen des Dankes und Lobes Gottes und des Wertes, den das Bekenntnis zum christlichen Glauben bis heute hat.

Samuel Wüsten begrüßte und leitete den Gottesdienst ein mit Hermann Hesses „Stufen“: „Wie jede Blüte welkt … bis … So nimm denn Abschied, Herz, gesunde!“ Die bekannten Kirchenlieder „Ins Wasser fällt ein Stein“, „Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen“ „Sagt, wer kann den Wind sehn?“ und „Weit wie das Meer ist Gottes große Liebe“ wurden gesungen. Texte aus dem Alten Testament „Gott spricht: Geh in ein Land, das ich dir zeige“ (1. Mose, Kap. 12), aus den Psalmen „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen“ (121. Psalm) und aus dem Neuen Testament die Geschichte, in der Jesus auf dem Wasser geht (Matthäus 14), machten deutlich, dass dieser Tag ein Tag des Abschiedes von einem Lebensabschnitt – eben der Schulzeit – war wie auch der Anfang eines Weges ist, der zu neuen Ufern führt, auf dem der christliche Glaube Mut und Zuversicht zu geben vermag. Das artikulierten die jungen Leute mit ihren Gedanken, zu denen per Power Point Bilder gezeigt wurden wie auch Michael Wrage am Beispiel des Steuerrades in der Hand. Nur braucht man beim Steuern eben auch Halt, denn die Straße ist nicht immer gerade und hat Schlaglöcher und die See ist auch stürmisch und bewegt.

Fürbitte, Kollekte und Segen gehörten auch dazu. Es war ein Gottesdienst wie gewohnt, aber auch ein besonderer und einer „aus dem Bilderbuch“ im wahrsten und doppelten Sinne: Nicht abgehoben, sondern mit beiden Beinen auf dem Boden. Danke!

Hans Jörg Rickert